Kindergarten Kunterbunt

Kindergarten Kunterbunt
Kellerhöher Straße 102
49661 Cloppenburg
Tel. 04471-82966
Leitung: Maria Harling van Schaik

 

Neuigkeiten aus dem „Kindergarten Kunterbunt“

» Hier finden Sie aktuelle Berichte rund um den Kindergarten

 

Wichtige Termine und Schließzeiten für das Kindergartenjahr 2019

30.01.2019 Blasius Segen
4.03.2019 Karneval im Kindergarten
19.03.2019 Segnungsgottesdienst der drei Kindergärten
15.04.-18.04.2019 Osterferien
21.06.2019 Abschiedsfest Kindergarten
03.07.2019 Schnuppernachmittag der neuen Kinder im Kindergarten
15.07.-07.08.2019 Sommerferien

 

 

Das Konzept des „Kindergarten Kunterbunt“

1. Einleitung
Unser Konzept für den kath. Kindergarten Kunterbunt, haben wir nach langer intensiver Auseinandersetzung mit unserer pädagogischen Arbeit erstellt und es wird in regelmäßigen Abständen überdacht und überarbeitet.

Wir möchten anhand dieses Konzeptes unsere Ziele und Arbeitsweisen für die Eltern, den Träger, die jeweiligen Grundschulen und die interessierte Öffentlichkeit transparent machen. Grundsätzlich orientieren wir unsere Arbeit an dem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag, den jeder Kindergarten nach dem Niedersächsischen Tagesstättengesetz hat. Demnach ist die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern. § 2 (KitaG) Absatz 2. Außerdem richten wir uns nach dem niedersächsischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich.

Unser Konzept wurde zur Gründung des Kindergartens im August 1993 in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Arnulf Hopf von der Universität Oldenburg entwickelt und durch ständige kritische Reflektion der eigenen Arbeit und der Arbeit im Team weiterentwickelt. Aus aktuellem Anlass ist das jetzt vorliegende Konzept im August 2011 neu überarbeitet worden.

2. Rahmenbedingungen
Unser Kindergarten ist eine Einrichtung der Kath. Kirchengemeinende St. Marien; Kellerhöhe, Hoheging, Bürgermoor, Bethen, Varrelbusch. Unser Chef ist Pfr. Monsignore Dr. Költgen. Der Geschäftsführer heißt Joseph Kollhoff.

Als Kindergärtnerin sowie als Gruppenleiterin ist Maria Harling van Schaik tätig. Als Zeitkraft, sowie für den Früh- und Spätdienst ist Anne Ellmann zuständig. Als Rahmenvertretung in Krankheitsfällen u.ä. ist Anna Niegisch angestellt. Die Raumpflege wird von Katharina Nürenberg übernommen.

Der Kindergarten wurde 1993 gegründet und befindet sich im Ortskern in der ehemaligen Grundschule. Die Kinder kommen aus drei unterschiedlichen Gemeindeteilen (Dreiländereck): Emstek, Cloppenburg und Garrel. Dieser Umstand führt dazu, dass die Kinder auf Grund ihrer Wohnsituation in drei unterschiedliche Grundschulen in Höltinghausen, Bethen und Beverbruch eingeschult werden.

Unser Kindergarten ist zugelassen für eine Gruppe mit einer Kinderzahl von maximal 25 Kindern im Alter von 3-6 Jahren. Die Kinder werden von zwei Erzieherinnen betreut.

Neben dem Gruppenraum verfügt unsere Einrichtung über einen Waschraum, einem großzügigen Flurbereich, einer Werkstatt, zwei Abstellräumen, einem Windfang und einer Personaltoilette, sowie ein Büro.

Auf dem Flur steht ein Podest mit Schubladen, dieses dient den Kindern im Rollenspiel als Theaterbühne und Empore oder als Basis zum Bauen. Des weiteren befinden sich auf dem Flur Bauelemente aus Schaumstoff, sowie Rohre, Kegel, eine lange Bank, Matten und vieles mehr, dieses können die Kinder für ihre Bewegungsbaustelle nutzen. Der Flur dient somit als Turnraum für unsere Kindergartenkinder. Das Büro ist ein Multifunktionsraum und dient als Personalzimmer, Intensivraum, Klassenzimmer zum Schule spielen und Ausweichraum. Der eigentliche Gruppenraum ist mit einem Frühstücksbereich mit einer Kinderecke, einer Empore mit einer Puppenwohnung und einer Höhle mit Kissen. Stofftieren und Tüchern ausgestattet. Außerdem befinden sich in diesem Raum ein Bauteppich mit Fahrzeugen, Bauklötzen, Eisenbahn u.ä. Es gibt mehrere Stühle, Tische und Schränke für Spiele und Inventar, einen Mal- und Bastelbereich, sowie eine große Matte zum Springen, Toben und Ausruhen.

Darüber hinaus können die Kinder einen großen Außenspielbereich mit Klettermöglichkeiten unterschiedlichen Schaukeln, Rutsche, Hügelbereich, Seilbahn, Baumhaus und Buchenlaube nutzen. In regelmäßigen Abständen unternehmen wir mit den Kindern Ausflüge zum nahegelegenen Baumweg. Die Nähe zum Baumweg ist eine ideale Gelegenheit, den Kindern die Natur und den Verlauf der Jahreszeit nahezubringen. Wir machen Picknick im Wald sammeln Naturmaterialien und erklimmen den Hochsitz. Die Kinder erfahren, dass ein Spaziergang im Wald eine Wohltat für Leib und Seele ist.

3. Einfluss und Bedeutung der Religion in unserem Kindergarten
Christliche Erziehung zeigt sich in der täglichen Kindergartenarbeit in vielerlei Hinsicht.

Religion kommt im gesamten Kindergartenalltag vor.

Religiöse Inhalte, die an die Kinder vermittelt werden, richten sich an die Lebenssituation der Kinder. Wir greifen aktuelle Themen auf, wie das Weihnachtsfest, Martinstag, Ostern,Heilige, Engel,aber auch das Thema: Tod. Die religiöse Arbeit hat in unserem Kindergarten einen sehr hohen Stellenwert. Wir möchten durch Geschichten, Lieder, Gebete und Rituale den Kindern den Glauben vermitteln. Rituale sind wichtig, damit der Mensch seine Identität findet, denn sie erzeugt Urvertrauen, das für die Entfaltung der eigenen Identität wichtig ist, sie wecken das Vertrauen in die Welt und in ihre Verlässlichkeit. Rituale innerhalb des Kirchenjahres strukturieren das Leben und geben eine Form die gut tut. In wichtigen Lebenslagen, in glücklichen und in traurigen Situationen können die Kinder vertrauensvoll darauf zurück greifen. Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass auch Kinder anderer Religionsgemeinschaften unseren Kindergarten besuchen und deren religiöse Fragen und Gewohnheiten nehmen wir ebenfalls ernst.

Religiöse Inhalte werden kindgerecht und lebendig vermittelt, wir erzählen religiöse Geschichten und spielen sie nach, wir setzen Bilderbücher und Lieder ein, gehen auf den Friedhof und in die Kirche, um aus bestimmten Anlässen unsere Bitten vorzutragen und eine Kerze anzuzünden.

Darüber hinaus finden in regelmäßigen Abständen und zu bestimmten Anlässen (Abschied, Weihnachten, Maimonat) in Zusammenarbeit mit unserem Pfr. Monsignore Dr. Költgen Kindergottesdienste, Andachten und Glaubensgespräche statt.

4. Bedeutung und Ziele
Unser Kindergarten ist offen und bereit für jedes Kind mit all seinen Stärken und Schwächen. Alle Kinder werden von uns gleichberechtigt behandelt, und individuell unterstützt. Wir erkennen das Recht des Kindes als eigenständige Persönlichkeit an. Wir möchten in erster Linie dass die Kinder gerne in den Kindergarten gehen, sich bei uns wohlfühlen und Freude und Mut haben eigene Ideen zu verwirklichen und soziale Kontakte zu knüpfen. Wir sind ehrlich gegenüber den Kindern und begegnen ihnen mit Respekt und Freundlichkeit.

Wir geben ihnen Freiräume um selbstständig zu werden, Entscheidungen zu treffen und eigene Erfahrungen zu machen, wir möchten, dass die Kinder mit Freude den Kindergartenalltag erleben.

5. Unsere pädagogische Arbeit
Wir legen im Kindergarten einen Schwerpunkt auf die ganzheitliche Erziehung, mit Kopf, Herz und Hand.

Wir richten uns in unserer pädagogischen Arbeit an dem situativen, kindorientierten Ansatz, unter Berücksichtigung der Individualität des einzelnen Kindes.

Das heißt: Wir möchten nicht unmittelbar für die Kinder planen, sondern ihnen Mut machen eigene Aktivitäten und Ideen zu verwirklichen. Wir arbeiten in Anlehnung an den situationsorientierten Ansatz. Wir beobachten ständig das Geschehen in der Gruppe und somit auch die Situation jedes einzelnen Kindes und seinen Entwicklungsstand. Äußerungen und Erzählungen der Kinder, Berichte von Eltern, Verhaltensweisen und gezeigte Gefühle von Kindern, immer wiederkehrende Spielsituationen, Zeichnungen und Bilder geben uns Anlass den Kindergartenalltag mit entsprechenden Inhalten zu füllen.

Veränderte Spielhandlungen, und aktuelle Themen, all das zeigt uns etwas über die momentane Lebenssituation und Bedürfnisse der Kinder. Zusätzlich führen wir über jedes Kind eine Kinderakte, welche Beobachtungen und den Entwicklungsstand des Kindes dokumentieren. Aus diesen Beobachtungen heraus entwickeln wir gemeinsam mit den Kindern Themen für Projekte.

Aus der Analyse dieser Situation leiten wir unser pädagogisches Handeln ab, es wird unter fachlicher Hinsicht beleuchtet und ausgearbeitet. Unter Berücksichtigung des Bildungsauftrages werden Ziele erarbeitet und durchgeführt. Die Teilnahme und Intensität der Spielsituationen und Projekte sind abhängig von jedem einzelnen Kind und findet immer auf der Basis der Freiwilligkeit statt.

Unsere Aufgabe ist es ein Projekt, eine Spiel- und Lernsituation ganzheitlich zu gestalten, d.h. das Kind sollte möglichst mit allen Sinnen zu unterschiedlichen Bereichen Erfahrungen sammeln können. Leben und Lernen aus erster Hand.

Wir stellen den Kindern deshalb generell Räumlichkeiten und Materialien zur Verfügung, die sie motivieren sollen, ihre Bedürfnisse und Ideen auszuleben. Wir möchten die jeweilige Situation der Kinder aufgreifen, das womit sie sich beschäftigen, intensivieren und fortsetzen.

Die Inhalte und Methoden unserer Kindergartenarbeit richtet sich nicht nach Rahmenplänen oder neuen Bastelheften, auch nicht nach pädagogisch gerade aktuellen Schlagzeilen bzw. Ratgebern, sondern nach den konkreten, momentanen Lebensfragen der Kinder.

6. Die Freispielphase
In der Freispielphase, die morgens zu Beginn des Kindergartentages stattfindet und ihre Wiederholung während des Aufenthaltes im Freien findet, sollen die Kinder frei wählen können, wie lange, mit wem und mit welchem Material sie spielen möchten. Wie sie miteinander spielen und sich entwickeln, ist uns wichtiger als das, was sie morgens als fertiges Produkt schaffen.

Wir stellen vermehrt ein Handlungsbedarf an Vermittlung von Werten, sozial- emotionalen Fähigkeiten und Fertigkeiten fest.

Außerdem müssen viele Kinder im Kindergarten zunächst einmal den Umgang miteinander erlernen, welche Regeln gibt es im Zusammenleben und beim Spielen, was heißt Rücksicht nehmen, wie kann ich jemandem helfen, ihn trösten oder ihn um etwas bitten. Welche Verhaltensweisen sind gut, welche Verhaltensweisen destruktiv.

Außerdem ist es für viele Kinder oft, das erste Mal, dass sie für so einen langen Zeitraum von zu hause fort sind.Es fällt ihnen schwer sich von den Eltern zu trennen und den Eltern fällt es oft ebenfalls schwer sich von ihren Kindern zu trennen. Alles ist neu, die Umgebung ist lauter, die Eindrücke und Reize sind vielfältiger, dieses ist für viele Kinder am Anfang eine Belastung. Die Kinder unterliegen immer mehr Einflüssen durch ihre Außenwelt, alles das muss verarbeitet werden und braucht Zeit. Wir möchten jedem Kind die Zeit geben, die es braucht. Wir können in einer so großen Einrichtung keine „Eins zu Eins Betreuung“ leisten, sehen es aber dennoch als unsere Pflicht an, jedes einzelne Kind, mit seinen Nöten und Sorgen ernst zu nehmen und es mit Empathie, Liebe, Geduld und Hilfsbereitschaft zu unterstützen.

Es sind oft Erlebnisse, Erfahrungen und Lernprozesse, die prägend für die Entwicklung des Kindes sind, sich aber nicht optisch nachweisen, bzw. dokumentieren lassen. Eine Bastelarbeit kann den Eltern am Mittag vorgelegt werden und dient den Eltern häufig, wenn auch unbewusst als Zeichen dafür, das etwas geleistet wurde und dass sich eine Mitarbeiterin mit dem Kind beschäftigt hat. Die Fähigkeit Freude zu empfinden, Kontakt aufzunehmen, Neugierde und Phantasie zu entwickeln, zu experimentieren oder Hilfsbereitschaft zu erfahren, sind oft schwer darzulegen und lassen sich in keinen Ordner ab heften.

Es zählt also nicht das Produkt, sondern der Weg und die Erfahrung mit den Materialien bzw. mit den Kindern.

„Der Weg ist das Ziel“.

Der Tagesablauf wird von den Kindern mitbestimmt, sie sind die Hauptpersonen, es gibt also keinen nach der Uhr abgestimmten Tagesrhythmus, sondern richtet sich individuell nach den gerade aktuellen Spielsituationen, sind die Kinder z.B. gerade sehr vertieft im Rollenspiel oder in der Werkstatt, so kann die Freispielphase im Kindergarten sich ausdehnen, ebenso kann sie bei schönem Wetter gleich nach draußen verlagert werden. Die Persönlichkeit der Kinder hat einen hohen Stellenwert und ist vorrangig für unsere Arbeit. Aber auch die Gemeinschaft, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die dafür erforderlich gegenseitige Rücksichtnahme hat eine sehr große Bedeutung in unserem Kindergartenalltag.

Während der Freispielphase haben die Kinder die Möglichkeit individuell, nach ihrem Hungergefühl und ihrem Zeitplan, mit ihrem besten Freund oder alleine zu frühstücken. Bei besonderen Anlässen und beim monatlichen Frühstücksbuffet, essen wir gemeinsam mit allen Kindern.

7. Bewegungsfreiräume
In unserer Einrichtung legen wir großen Wert auf eine ständige Bewegungsfreiheit der Kinder. Während der Freispielphase wird der Flurbereich als Bewegungsbaustelle genutzt, die Kinder haben die Möglichkeit sich in ihrer Grobmotorik zu üben, in dem sie sich den Flur mit seinen dafür vorhandenen Geräten wie Matten, Bänke, Sprossenwand, Bälle Schaukel etc. als Bewegungsbaustelle herrichten. Sie können sich im Klettern, Springen, Hüpfen und im Gleichgewicht üben. Durch dort statt findende Rollenspiele (Löwenjagd, Dinoland, Räuberspiel) wird ihr Spiel zum Erlebnisturnen.

Auch im Gruppenzimmer ist Bewegung erlaubt und in gemäßigter Lautstärke erwünscht, dieses wird hauptsächlich durch das bewegliche Mobiliar in der Puppenwohnung und in der Höhle gefördert und durch die im Gruppenraum befindliche Matte, die zum Springen anregt. Die Kinder lernen somit unter Einsatz ihrer Körperkraft etwas zu bewirken, in Bewegung zu setzen. Wo der Körper sich bewegen darf, setzt das Gehirn auch etwas in Bewegung. Alles Lernen geschieht mit Einsatz des ganzen Körpers, Minus-Rechnen hat zum Beispiel etwas mit Rückwärtsgehen zu tun. Ein Kind, welches genügend Freiräume hat, um seinen Körper einzusetzen und sich auszuprobieren, kann sich später im Stuhlkreis oder bei Angeboten besser konzentrieren.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder viel mehr Zeit im Sitzen verbringen, sie schauen mehr Fernsehen, spielen Computerspiele und mit dem Gameboy o.ä. Wir sehen es als einen Schwerpunkt in unserer Arbeit an, einen Gegenpol zu den sogenannten „ Sitzaktivitäten“ zu schaffen, durch bewegungsfreundliche Räumlichkeiten, Mobiliar und Aktivitäten.

„Wer sich nicht bewegt bleibt sitzen!“

8. Von der Spielfähigkeit zur Schulfähigkeit
„Im Kindergarten wird nicht genug auf die Schule vorbereitet“ Diese Meinung ist bei vielen Eltern und Lehrern noch weit verbreitet. Lernen bedeutet, sich Selbst zu befähigen, selbstständig zu denken und zu handeln.

So eignen sich die Kinder die Welt vom ersten Tag ihres Lebens an. Sie tun etwas aus eigenem Interesse, aus eigenem Antrieb (Neugierverhalten), was zeitlebens die herausragende Lernsituation bleiben sollte.

Nennen wir diese Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Umwelt weiterhin das „Spiel des Kindes“, so umfasst das Spiel den Zusammenhang von psychomotorischen, sachlichen und sozialen Erfahrungen. Der motorische, emotionale und kognitive Bereich bilden dabei eine sich gegenseitig beeinflussende Einheit.

Ein Beispiel: „Das Kind klettert die Sprossenwand hoch (Motorik), steht oben und empfindet Angst herunterzuspringen (Emotion), es beschließt einige Stufen hinabzuklettern (Kognition) um dann herunterzuspringen (Glücksgefühle, Ausschüttung von Dopamin im Gehirn).

Wir sehen also die Spielfähigkeit des Kindes als Grundvoraussetzung für die spätere Schulfähigkeit des Kindes.

„Spielen ist Lernen“ und alles ist Vorbereitung auf die Schule und das spätere Leben.

Alles hat seine Zeit, mit der Entwicklung des Kindes, ist es wie mit dem Bau eines Hauses: Wenn das Fundament nicht in Ordnung ist, kann das Haus einstürzen. Die Kindergartenzeit und die Kindheit sind das Fundament und wenn das stabil ist und in Ruhe aushärten konnte, kann darauf ein großes Haus gebaut werden. Im letzten Kindergartenjahr bilden alle zukünftigen Schulkinder eine Gruppe, welche über das ganze Jahr, in regelmäßigen Abständen „Schule“ spielt. Wir nennen sie die „Schuki-Bande“

Das gemeinsame Schule spielen soll die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein stärken, wir sind die Großen (Wir-Gefühl stärken.) Unser Büro dient unserer „Schuki-Bande“ als Klassenzimmer. Während des „Schule spielens“ singen wir gemeinsam, malen, schneiden und kleben, machen Experimente, musizieren, spielen Theater, sind Forscher, Mathekings und Entdecker. Alle Kinder fertigen sich zu Beginn der „Schuki-Zeit“ eine Schulmappe an. In dieser Mappe heften die Kinder ihre Unterlagen, welche wir beim Schule spielen erstellt haben, ab. Neuerdings haben wir die Möglichkeit mit den Schulkindern Reiten zu gehen, wir benötigen für diese Aktion allerdings die tatkräftige Unterstützung der Eltern.

Wir sind sehr an einer guten Zusammenarbeit mit den Grundschulen interessiert, der Grundschulerlass vom 3.2.2004 sieht auch von Seiten der Grundschule eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Kindergärten vor.

Vom 01.08.2007 bis zum 31.07.2009 haben wir gemeinsam mit der Grundschule in Bethen an dem Brückenjahr teilgenommen.

Diese Zusammenarbeit wurde vom niedersächsischen Kultusministerium auf den Weg gebracht und gefördert.

Seit dieser Zeit ist unsere Arbeit mit der Grundschule noch mehr intensiviert worden und feste Angebote und Veranstaltungen sowie regelmäßige Treffen mit den Lehrkräften sind in unserem jährlich neu erstellten Kooperationskalender aufgeführt. Regelmäßige Absprachen und Treffen finden ebenfalls mit der Grundschule in Beverbruch und Höltinghausen statt. Auch werden die zukünftigen Schulkinder in jedem Jahr zu bestimmten Anlässen in die jeweiligen Schulen eingeladen /(Schnuppertag, Sportstunde, Theater u.ä.)

9. Rituale und Traditionen
Es gibt bei uns im Kindergarten feste Rituale und Traditionen die jedes Jahr stattfinden.

„Bissel“ ist eine solche Tradition. Zum Ende der Kindergartenzeit fahren wir mit allen Schulkindern in das Schullandheim in Bissel. Dort verbringen wir 2 Tage mit Übernachtung und gemeinsamer Schatzsuche, Lagerfeuer u. v. m.

Bissel ist ein Baustein für den Übergang ins Schulleben. Die Kinder lernen sich loszulösen, etwas Neues zu erfahren, Kontakt zu anderen Kindern herzustellen u.v.m.

Der Aufenthalt ist geprägt von einem lustvollen, spannenden Erlebnis, das Selbstbewusstsein, Mut und gemeinsame Freude erfahren lässt.

Ein weiteres, von Ritualen geprägtes Ereignis, ist für jedes Kind sein Geburtstag. Es darf sich an diesem Tag 2 Geburtstagshelfer aussuchen, mit denen es sein Geburtstagsgericht kochen möchte.

Es ist an diesem Tag der „Chef“, darf bestimmen wann aufgeräumt wird, wer als Erster nach draußen darf, usw. Während der Geburtstagsfeier im Stuhlkreis darf das Kind sich ein Spiel, ein Lied und etwas aus der Geburtstagskiste aussuchen, es wird fotografiert und die Kinder lassen das Kind „Hochleben“. An diesem Tag steht das Geburtstagskind im Mittelpunkt des Geschehens.

An jedem ersten Freitag im Monat findet bei uns im Kindergarten ein Frühstücksbuffet statt. Jeder bringt etwas „Essbares“ von zu Hause mit. Gemeinsam wird ein schmackhaftes und dekoratives Buffet zubereitet. Ein Gefühl für Ästhetik und Freude am genussvollen, schönem Essen ist uns dabei sehr wichtig. Die Ästhetik, mit der das gemeinsame Frühstück gestaltet wird, zeugt von großer Lebendigkeit und Kreativität. Gute Umgangsformen am Tisch, das Probieren unbekannter Speisen und die Gemeinschaft stehen im Vordergrund dieser Aktivität.

An jedem 2. Freitag ist „Spielzeugtag, an diesem Tag darf jedes Kind ein Spielzeug von zu Hause mit bringen, für das mitgebrachte Spielzeug ist das Kind selber verantwortlich.

10. Chef sein
Es gehört mittlerweile zu unserem Kindergartenalltag, dass jeden Tag ein anderes Kind bei uns der „Chef“ oder die „Chefin“ ist, diese aus einem anfänglichen Spiel heraus entwickelte Tradition, ist von großer Bedeutung für das einzelne Kind. In seiner neuen Rolle macht das Kind vielfältige Erfahrungen, mit sich und den Kindern. Es lernt Konflikte aufzugreifen, nach Lösungsvorschlägen zu suchen, Vorbild für die Gruppe zu sein, Ansprechpartner und Vermittler zu sein, das Selbstbewusstsein und das eigenverantwortliche Handeln des Kindes wird somit gefördert.

„Die zweite Chance“ ist oft ein prägende Erfahrung, welche unsere Kinder, durch den Chef erleben können.

„Jesus gibt Zachäus eine zweite Chance“, – Aussage eines Kindergartenkindes zum Bilderbuch: „Zachäus“.

Der tägliche gemeinsame Stuhlkreis gehört ebenfalls zum Kindergartenalltag. Im Stuhlkreis werden Lieder gesungen, Spiele gemacht, Projekte geplant und Probleme besprochen. Hierbei geht es darum, die gesamte Gruppe zu erfahren, sich zu treffen und gemeinsam etwas zu lernen und Spaß zu haben. Die Kinder üben sich in der Rücksichtnahme: sich gegenseitig ausreden lassen, zuhören können und aufeinander eingehen. Im Stuhlkreis gibt es „Applaus“ für bestimmte Dinge, die Kinder lernen jemanden Wertschätzung entgegen zubringen, sowie wert geschätzt zu werden.

Das Abschiedsfest, welches für die zukünftigen Schulkinder ausgerichtet wird, hat Tradition bei uns in der Einrichtung. Wir beginnen dieses Fest mit einer Dankandacht in der Kirche, anschließend sind alle Eltern und Kinder zu einem Abschiedsfrühstück im Pater-Titus-Haus eingeladen.

Zum Abschied bekommt jedes Kind ein Fotoalbum, mit persönlichen Fotos aus seiner gesamten Kindergartenzeit geschenkt. Ein letzter fester Bestandteil in unserer Kindergartenarbeit ist, die jährlich stattfindende „Väteraktion.“ Wir basteln bzw. werken mit den Vätern etwas für ihre Kinder oder fertigen etwas gemeinsam mit den Kindern und Vätern an. Die Aktion kann auch ein gemeinsamer Ausflug mit Väter und Kinder sein. Auch gab es schon generationsübergreifende Veranstaltungen für Enkel, Papa und Opa. Durch diese Aktion möchten wir die Väter gezielt für die Mitarbeit im Kindergarten gewinnen. Erziehung ist heutzutage nicht mehr nur Frauensache, die Väter dienen insbesondere den Jungen als Vorbild für ihre Geschlechterrolle.

11. Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Elternarbeit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Ein familienfreundliches Klima und eine gute Zusammenarbeit ermöglicht gemeinsames Handeln zum Wohle des Kindes.

Zu Beginn des Kindergartenjahres findet ein erster Elterninformationsabend statt. Hierbei werden unsere pädagogischen Aufgaben und Ziele transparent gemacht. Außerdem findet eine Elternbeiratswahl statt. Die Eltern haben an diesem Abend die Möglichkeit, sich gegenseitig und uns kennen zu lernen, dieses bildet die Basis, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Wichtige Punkte unsere Elternarbeit sind gemeinsame Elternabende zu bestimmten Themen, sowie gemeinsame Feste und die jährlich stattfindenden Elternsprechtage, an denen die Eltern die Möglichkeit haben, sich gezielt und in Ruhe mit uns über die Entwicklung ihres Kindes auszutauschen.

Außerdem werden unsere Eltern bei allen Aktionen die außerhalb des Kindergartens stattfinden mit eingebunden. Wir sind stets auf die Unterstützung der Elternschaft angewiesen. Eltern begleiten uns bei Ausflügen, Übernehmen den Fahrdienst beim Reiten, Unterstützen uns bei der Beaufsichtigung der Kinder, helfen uns beim Vor- und Nachbereiten von Festen und vielem mehr. Wir sind sehr dankbar dafür, denn erst diese positive Zusammenarbeit gibt uns die Möglichkeit über den „Tellerrand“ hinweg zu schauen und Aktivitäten außerhalb der Kita zu machen.

Wir versuchen ebenfalls in jedem Jahr sogenannte Hospitationstage für die Eltern anzubieten, an diesen Tagen können die Eltern einen Vormittag im Kindergarten verbringen, hierbei haben sie dann die Gelegenheit ihr Kind zu beobachten und gemeinsam mit ihrem Kind, den Kindergartenalltag zu erleben. Für Anregungen und Kritik seitens der Elternschaft sind wir jederzeit offen. Wir sind als kleine Einrichtung mit nur zwei Mitarbeiterinnen sehr auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Wir legen großen Wert auf eine offene und ehrlich gemeinte Zusammenarbeit mit den Eltern und sind für jede Unterstützung der Eltern dankbar.

Dieses Konzept ist ein lebendiges Konzept, das sich zum Vorteil der Kinder und der Arbeit mit den Kindern jederzeit verändern und erweitern lässt.

Wenn sie noch Fragen zum Konzept unseres Kindergartens haben, wenden sie sich jederzeit an uns.